Was haben der Boxer Muhammad Ali (der sich früher Cassius Clay nannte), der kanadisch-amerikanische Schauspieler Michael J. Fox, das Schwergewicht der deutschen Comedy Markus Maria Profitlich und die deutsche Fernsehlegende Frank Elstner gemeinsam?

Ja, Sie ahnen es möglicher Weise schon: sie hatten bzw. sie haben alle die Parkinson-Krankheit.

Wie weit ist Parkinson verbreitet?

Das Parkinsonsyndrom (Morbus Parkinson) ist eine der häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen. Die Krankheit nimmt meist einen langsamen Verlauf, bei dem über viele Jahre nach und nach Gehirnzellen absterben. Die häufigsten Symptome sind verlangsamte Bewegungen, steife Muskeln und das typische Muskelzittern (Parkinson-Tremor). 

Laut der DGKN (Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung) ist Parkinson inzwischen eine Volkskrankheit. 

Die Zahl der Patienten weltweit hat sich von 2,5 Millionen im Jahr 1990 auf 6,1 Millionen im Jahr 2016 erhöht. Heute leben weltweit schätzungsweise rund 10 Millionen Parkinsonbetroffene. In Deutschland sind laut Krankenkassendaten aktuell etwa 400.000 Personen an Parkinson erkrankt.

Ergebnisse einer Krankenkassendaten-Studie

Bezüglich Parkinson wurden in Deutschland die Krankenkassendaten von 3,7 Millionen Versicherten ausgewertet. Die Auswertung brachte folgende Ergebnisse: 

  • Männer erkranken etwas häufiger als Frauen. 
  • Sehr oft treten die ersten Krankheitssymptome zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auf. 
  • In der Gruppe der über 65-Jährigen finden sich, bezogen auf 100 Personen, ein bis zwei an Parkinson Erkrankte. 
  • Mit zunehmendem Alter stellt sich die Erkrankung noch häufiger ein.

Daher vermuten Forscher und Mediziner, dass mit zunehmender Alterung der Bevölkerung auch die Parkinson-Krankheit weiter zunehmen wird.

In welchem Alter bekommt man Parkinson?

Auch wenn die Anzahl der Parkinson-Kranken in der Altersgruppe ab 60 Jahren die größte ist, befällt Parkinson nicht nur ältere Menschen. 

Michael J. Fox war bei der Parkinson-Diagnose erst 30 Jahre alt, Muhammad Ali Anfang 40, Markus Maria Profitlich Mitte 50, Frank Elstner wurde die Diagnose mit 74 gestellt.

Laut JuPa (Junge Parkinsonkranke), einer Untergruppe der Deutsche Parkinson Vereinigung e.V, erkranken ca. 10% der Parkinsonkranken bereits vor dem vierzigsten Lebensjahr. Selbst Jugendliche können schon betroffen sein („juveniles Parkinson-Syndrom“). 

Woher kommt Parkinson? 

Laut Max-Planck-Institut für Psychiatrie können die Wissenschaftler trotz intensiver Forschung bis heute immer noch bei 75-80% der Parkinson-Patienten nicht genau bestimmen, woher die Krankheit kommt. Sie sind sich aber ziemlich sicher, dass sie von weniger als einer 10% Wahrscheinlichkeit vererbbar ist. Das ist eine beruhigende Nachricht für die Angehörigen von Parkinson-Kranken. Bei ungefähr einem Viertel der Patienten vermuten die Forscher, dass Parkinson einen Auslöser als Ursache hat: etwa Gerhirnverletzungen, Schlaganfall, Vergiftungen durch Pflanzenschutzmittel u.a. 

Die Forscher entschlüsseln jedoch nach und nach die Ursachen von Morbus Parkinson. Mit den verbesserten Möglichkeiten der Früherkennung erfahren auch immer mehr Betroffene rechtzeitig eine hilfreiche Behandlung. 

Früherkennung ist wichtig!

Wir sind eine Wohlstandsgesellschaft. Wo unserer Vorfahren mit 40-50 Jahren gestorben sind, fängt für viele von uns das Leben erst richtig an! Der Job ist gefestigt, die Kinder aus dem Hause – oder wenigstens auf dem besten Weg dazu, die Welt steht uns offen. Dann fangen aber auch die ersten Wehwehchen an: Übergewicht stellt sich ein, Blutdruck- und Cholesterin-Werte werden zu hoch, die Belastbarkeit der Gelenke und das Immunsystem werden dafür zu niedrig. Wir werden vergesslich und fangen vielleicht an zu zittern. Viele gehen dann zum Arzt. Wir haben schließlich alle eine gute Kranken-Versorgung. Unter dem Motto „Herr Doktor machen Sie mich gesund“, schlucken wir dann Pillen, schmieren Salben und fühlen uns immer weniger wohl. 

Die meisten Parkinson-Erkrankten wollen jedoch die ersten Parkinson-Symptome nicht wahrhaben. Sogar die Hausärzte tun oft das Zittern als Nervosität ab. Das berichtete auch Frank Elstner, als er öffentlich über seine Diagnose sprach.

Bis heute ist die Parkinson-Krankheit nicht heilbar, aber sie ist inzwischen gut behandelbar. 

Wenn die Erkrankung rechtzeitig erkannt und entsprechend behandelt wird, können Betroffene ein weitgehend normales Leben führen und sind im Hinblick auf die ihre Lebenserwartung nicht eingeschränkt. Das ist ebenfalls eine gute Nachricht – nicht nur für Parkinson-Erkrankte, sondern auch für ihr Umfeld, Familie und Freunde.

Schauen Sie sich oder lesen Sie die Fallstudie eines Parkinson-Patienten an, dem es trotz Parkinson mit der Behandlung nach „Parkinson Strategie“ von Jodi Knapp sehr gut geht (hier klicken)! 

(Die Bilder sind übrigens von Gordon Johnson auf Pixabay)


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